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Bewegungserziehung / Motorik

Motorik und Bewegungserziehung

(Schwerpunkt Elena Schurr)

Bewegung ist ein fester Bestandteil des Tagesablaufs und begleitet die Kinder durch viele Alltagssituationen. Im Kleinkindalter erfolgt Lernen vor allem über den Körper, über Bewegung und über sinnliche Erfahrungen. Kinder entdecken ihre Umwelt, indem sie greifen, krabbeln, laufen, klettern, schieben oder tragen. Diese Bewegungen entstehen aus dem eigenen Antrieb der Kinder und gehören selbstverständlich zu ihrem Alltag.

Im freien Spiel beobachte ich, wie vielfältig motorische Lernprozesse stattfinden. Beim Versorgen einer Puppe, beim Aufnehmen kleiner Gegenstände oder beim Kneten werden feinmotorische Fähigkeiten ebenso angesprochen wie Wahrnehmung und Konzentration. Die Kinder üben gezielte Handbewegungen, dosieren ihre Kraft und entwickeln zunehmend Handlungssicherheit. Gleichzeitig entstehen Rollenspiele, die soziale und emotionale Entwicklungsprozesse unterstützen.

Grobmotorische Erfahrungen machen die Kinder vor allem dann, wenn sie ihren Körper im Raum erproben. Beim Klettern, Balancieren oder Krabbeln durch unterschiedliche Bewegungslandschaften setzen sie ihren ganzen Körper ein. Ich erlebe, dass die Kinder dabei sehr genau wahrnehmen, was sie sich zutrauen und wann sie Unterstützung benötigen. Sie halten inne, probieren erneut oder passen ihre Bewegungen selbstständig an.

Bewegungssituationen im Alltag sind offen gestaltet und anpassbar. Materialien wie Matten, Tunnel, Bälle oder Balanciermöglichkeiten laden zum Ausprobieren ein und können von den Kindern auf unterschiedliche Weise genutzt werden. Jedes Kind entscheidet selbst, wie intensiv es sich beteiligt und wie lange es bei einer Bewegung bleibt. Diese Freiheit gibt den Kindern die Möglichkeit, im eigenen Tempo Erfahrungen zu sammeln und Sicherheit zu gewinnen.

Ein fester Bestandteil unserer Bewegungserziehung ist die Kooperation mit der Kindertageseinrichtung St. Elisabeth. Durch diese Zusammenarbeit haben wir montags einen festen Turntag in der Turnhalle der Einrichtung. Dieser Turntag ist bewusst als wiederkehrendes Ritual gestaltet und fester Bestandteil unseres pädagogischen Alltags. Er bietet den Kindern zusätzliche Bewegungsräume sowie vielfältige Möglichkeiten, altersgerechte Bewegungserfahrungen zu sammeln.

Auch im Alltag der Tagespflege fließen altersgerechte Bewegungsangebote in das freie Spiel und in alltägliche Situationen ein. Ich biete den Kindern vorbereitete, altersgerechte Bewegungsangebote an. Dazu gehören unter anderem Kriechtunnel, um Krabbelbewegungen zu üben, weiche Kletter- und Balancierlandschaften, Ballspiele mit kleinen Bällen zum Werfen, Rollen oder Fangen sowie das Hüpfen auf weichen Matten. Auch das Rutschen auf niedrigen Rutschen oder das Rollen auf einem Gymnastikball über Matten sind feste Bestandteile. Ergänzend gestalte ich Bewegungsparcours mit unterschiedlichen Materialien, die die Kinder zum Entdecken und Ausprobieren einladen.

Diese Angebote geben den Kindern Orientierung und neue Impulse. Ich beobachte aufmerksam, welche Bewegungen ein Kind bereits sicher ausführen kann und wo es noch Unterstützung benötigt. Bei Bedarf begleite ich einzelne Kinder gezielt und unterstütze sie in ihrer motorischen Entwicklung, ohne den Bewegungsfluss der Gruppe zu unterbrechen.

Auch alltägliche Situationen bieten viele Bewegungsanlässe. Beim Treppensteigen, beim Überwinden kleiner Höhen oder beim selbstständigen Auf- und Absteigen trainieren die Kinder Gleichgewicht, Koordination und Muskelkraft. Ich begleite diese Situationen aufmerksam und greife nur unterstützend ein, wenn ein Kind Hilfe benötigt. So können die Kinder eigene Erfolgserlebnisse machen und Vertrauen in ihre Fähigkeiten entwickeln.

Bewegung steht in enger Verbindung mit Wahrnehmung und Lernen. Durch wiederholtes Tun erfahren die Kinder Zusammenhänge von Ursache und Wirkung. Sie spüren, wie sich ihr Körper anfühlt, wenn sie sich anstrengen, das Gleichgewicht verlieren oder ein Ziel erreichen. Diese Erfahrungen stärken nicht nur die motorische Entwicklung, sondern auch das Selbstwertgefühl und die Selbstständigkeit.

Mir ist es wichtig, Bewegung nicht ausschließlich dem freien Spiel zu überlassen, sondern sie durch altersgerechte Bewegungsangebote gezielt zu ergänzen. Diese Angebote orientieren sich am Entwicklungsstand der Kinder und bleiben dennoch offen gestaltet, sodass jedes Kind selbst entscheiden kann, wie es sich beteiligt.